PL.Party zum Bundeskongress 2010!



Wann? Freitag, 18. Juni, ab 20 Uhr bzw. nach dem Ende des ersten Kongresstages
Wo? Gewerbegebiet Alexanderpark, Max-Keith-Straße 66, Essen
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Große Basis-Bewegung will Öffnung der Jusos


PL-Sprecher regen Urwahl des Vorsitzenden an

Anlässlich des vom 18. bis 20. Juni stattfindenden Bundeskongresses der Jusos bekräftigt die Pragmatische Linke ihre Forderung nach einer Öffnung des Verbandes. In einem entsprechenden Antrag prangern die realpolitischen Jusos die akademische Abgehobenheit und die mangelnde Pluralität der Jusos an. Sie fordern ein grundlegendes Umdenken und die Weiterentwicklung des Verbandes zu einer jungen, fortschrittlichen Kraft in der SPD. Die Pragmatische Linke lehnt die sklavische Einordung der Jusos auf der traditionellen Parteilinken ebenso ab wie die Übernahme undemokratischer Spielregeln, bei denen Personalentscheidungen im kleinen Kreis getroffen und der Basis vorgesetzt werden.

„Unsere Position wird von 30 Unterbezirken und Landesverbänden eingebracht und unterstützt“, freut sich der Kölner PL-Sprecher Marcel Lewandowsky. „Eine solche Bewegung hat es in der Geschichte der Jusos noch nicht gegeben.“

PL-Sprecher Parsa Marvi aus Karlsruhe ergänzt: „Der Antrag ‚Jusos öffnen‘ ist ein deutliches Signal an den Bundeskongress. Wir erwarten, dass die Delegierten und der neue Vorsitzende diesem Ruf der Basis folgen werden.“

Der Antrag, der von den Jusos Köln initiiert wurde und innerhalb weniger Wochen zahlreiche Unterstützer fand, beinhaltet eine kritische Auseinandersetzung mit der mangelnden gesellschaftlichen Verankerung der Jusos und ihrer mangelnden Binnenpluralität. „Die Jusos müssen einerseits aufhören, ein Verband von Akademikern für Akademiker zu sein, sondern sich viel stärker für junge Auszubildende, junge Arbeitnehmer, Schüler auf Real- und Hauptschulen und junge Arbeitslose öffnen“, sagt Lewandowsky. „Außerdem müssen die Jusos sich endlich zu ihrer eigenen Pluralität bekennen und davon wegkommen, sich per Anordnung auf der Parteilinken zu verorten. Das entspricht nicht der Realität der unter 35-jährigen SPD-Mitglieder.“

Die Pragmatische Linke erhofft sich für den Bundeskongress einen ersten Schritt für die Weiterentwicklung der Jusos. „Wir stehen erst am Anfang dieses Prozesses“, sagt PL-Sprecher Arik Willner aus Hamburg. „Dazu gehört nach unserer Auffassung auch die Demokratisierung unserer Strukturen. Wir sollten etwa auch darüber nachdenken, den Bundesvorsitzenden durch Urwahl zu bestimmen. Dadurch würden Hinterzimmer-Absprachen, wie sie in den letzten Jahren üblich waren, vermieden.“

Die Pragmatische Linke ist das Bündnis der undogmatischen und realpolitischen Jusos und jungen Menschen in der SPD. Sie setzt sich seit Jahren für eine breitere, pluralistische Aufstellung des Verbandes und für eine strategische Neuausrichtung der Jusos ein.

Raus aus den Hinterzimmern! PL fordert Demokratisierung des Verbandes



Nach der überraschenden Rücktrittsankündigung der Juso-Bundesvorsitzenden Franziska Drohsel stößt das Auswahlverfahren für den Nachfolgekandidaten bei der Pragmatischen Linken auf deutliche Kritik.

Der Inhalt eines auf Spiegel Online publizierten Artikels, wonach einige einflussreiche Landesvorsitzende die Nachfolgeregelung unter sich ausgemacht hätten, hinterlässt bei der Pragmatischen Linken einen faden Nachgeschmack. „Wir hätten uns einen gemeinsamen Diskussionsprozess mit den Landesverbänden und Bezirken gewünscht – gerne kurz und intensiv. Dass Franziska Drohsel aber bereits in ihrer Rücktrittsankündigung für den inzwischen offiziell bekannt gemachten Nachfolgekandidaten Sascha Vogt geworben hat, lässt eindeutig auf bereits vorab getroffene Absprachen schließen“, sagen die Sprecher der Pragmatischen Linken Marcel Lewandowsky (Jusos Köln) und Parsa Marvi (Jusos Karlsruhe).

Damit werde ein Trend aus den vergangenen Jahren fortgesetzt, bei dem kleine Personengruppen aus den Strömungen NwlZ und Traditionalisten den Verband unter sich
aufteilen. In Hinterzimmern werden Personalia unter einigen wenigen Funktionären ausgehandelt und selbst die eigenen Landesverbände und Delegationen aus der Informationspolitik konsequent herausgehalten. „Das widerspricht vehement dem hehren Anspruch, mehr Basisdemokratie zu leben“, kritisiert Lewandowsky. Die Pragmatische Linke dagegen fordert eine echte demokratische Öffnung des Juso-Bundesverbandes und hält die Wahl eines Juso-Vorsitzenden durch Mitgliederentscheid für eine diskussionswürdige Option. „Dadurch könnte eine Einbeziehung aller Juso-Mitglieder gewährleistet werden“, sagt Lewandowsky.

Die Pragmatische Linke wird den Kandidaten Sascha Vogt auf Basis seines inhaltlichen Anspruches und seiner strategischen Konzeption für den Juso-Bundesverband beurteilen. „Wir machen das unvoreingenommen und hoffen, dass er uns ein überzeugendes Profil liefert, schließlich wählen wir auf dem Bundeskongress in Essen die zentrale Führungsfigur des Verbandes“, sagt Parsa Marvi. „Wir erwarten, dass der oder die neue Vorsitzende die Öffnung der Jusos für weitere gesellschaftliche Schichten vorantreiben und den Verband aus seiner programmatischen Starre führen wird.“ Die Pragmatische Linke fordert seit langem die Weiterentwicklung der Jusos zu einem modernen politischen Jugendverband und hat einen entsprechenden Antrag zum Bundeskongress eingereicht, der von zahlreichen Gliederungen unterstützt wird.

Die Pragmatische Linke hofft nun in der Nachfolge von Franziska Drohsel auf einen realpolitischeren Verband, der tatsächlich auf die existierenden Probleme und Sorgen der
Bevölkerung und der jungen Generation eingeht und konkrete Lösungsvorschläge für die Gegenwart und Zukunft erarbeitet.

Energiepolitik im Zeichen ökologischer Erneuerung


Die Pragmatische Linke Köln hat am Wochenende ein Positionspapier zur Energiepolitik verabschiedet.
Hier findet ihr das Papier in voller Länge!

Die Kernforderungen der PL.Köln:

- Ausbau der staatlichen Investitionen in die Erforschung erneuerbarer Energien!
- Einrichtung eines Fonds für Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Grundlagenforschung neuer und zur Effizienzsteigerung bestehender Technologien – dieser soll insbesondere Hochschulen, Instituten und mittelständischen Unternehmen zugute kommen!
- Besteuerung von CO2-Emissionen fossiler Kraftwerke!
- Besteuerung des Einsatzes von Brennstäben in Atomkraftwerken!
- Intensivierung von Förderprogrammen für Mini-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.
- Mehr Anreize zur Steigerung der Energieeffizienz von Altbauten!
- Finanzielle Beteiligung der AKW-Betreiber an der Endlagerung atomaren Abfalls!

Für eine Steuer- und Sozialpolitik aus einem Guss!


Auch wenn der Ruf nach Steuersenkungen angsichts der richtungsweisenden NRW-Wahl für den Augenblick aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten ist, so bleibt das Versprechen das Steuersystem grundlegend zu reformieren die größte Baustelle der Liberalen. Wir erinnern uns: Vor der Bundestagswahl machten Westerwelle und Pinkwart eine Regierungsbeteiligung von der Zusage der Union zu niedrigeren Steuern abhängig. Der Begriff „Freiheit“ und das anhaltende Fordern nach einer grundlegenden Reform des Steuersystems wurden so zum liberalen Markenkern.

Der Zeitgeist schien ihnen Recht zu geben. Peter Sloterdijk war nicht der einzige Vertreter dieser neuen, von staatsferne getragenen Bürgerlichkeit, die in den Feulletons und Talkshows der Republik die Ausbeutung des (steuerzahlenden) Leistungsträgers durch den „semisozialistischen“ Steuerstaat anmahnte. Auch in der Bevölkerung fand das Versprechen geringerer Steuern großen Anklang. Denn insbesondere bei niedrigen und mittleren Einkommen besteht eine große Diskrepanz zwischen der tatsächlichen, der gefühlten und der als gerecht empfundenen Steuerbelastung. Eine Studie des Bundesfinanministeriums belegt, dass in dieser Einkommensklasse der von den Bürger geschätzte (also „gefühlte“) Steuersatz höher ist, als der tatsächliche. Ein Grund dafür ist, dass aufgrund der Komplexität des Steuer- und Abgabensystems mehr als ein Viertel der befragten Erwerbstätigen nicht zwischen Steuern und Sozialabgaben unterscheidet.

Die Tatsache, dass Abgaben und Steuern in der Öffentlichkeit oft synonym verwendet werden, mag der FDP vor der Bundestagswahl neue Wählerschichten erschlossen haben – und dürfte ihr spätestens mit dem ersten Lohnabzug nach Einführung der großen Steuerreform zum Problem werden. Denn insbesondere bei den kleinen und mittleren Einkommen, der von Union und FDP ausgemachten Zielgruppe, besteht eher eine zu hohe Abgaben- als Steuerbelastung. Was nützt die Reduzierung des persönlichen Steuersatzes von 12% auf 11%, wenn im Gegenzug die Rentenversicherungsbeiträge ständig steigen und Millionen Menschen auf den steuerfinanzierten (!) Sozialausgleich bei der Kopfpauschale angewiesen sein werden?

Die Grundproblematik ist nämlich nicht primär eine zu hohe Steuerbelastung, sondern die Finanzierungsschieflage der Sozialsysteme, die zu immer steigenden Arbeitnehmeranteilen führt. Geringverdiener würden also eher von einer Reformierung der Finanzierungsgrundlage der Sozialversicherungen profitieren. Diese ist bitter notwendig: Während sich etwa bei der Gesetzlichen Krankenversorgung die Leistungsausgaben im gleichen Maße gewachsen sind wie das BIP, verlaufen die beitragspflichtigen Einnahmen (ehemals im Gleichschritt) seit den 1990ern unterhalb dieser Kurve. Ein Grund dafür ist, dass tendenziell immer mehr Einkommen nicht durch eine Erwerbstätigkeit generiert werden. Wie im Artikel Sozialdemokratische Rente beschrieben, müssen die Sozialsysteme alle Einkunftsarten zur Finanzierung heranziehen! Indem die Finanzierung auf eine viel breitere Grundlage gestellt wird, werden die Beitragskosten für Geringverdiener (da sie zumeist bloß aus einer einzigen Einkunftsart beziehen) unweigerlich sinken.

Es ist Konsens, dass eine solidarische Finanzierung der Sozialsysteme unsere Gegenantwort auf Kopfpauschale und planlose Steuersenkungen (für wen auch immer) sein muss. Für uns junge Sozialdemokraten heißt das in der Konsequenz, dass wir damit anfangen müssen, den (Gegen-)Begriff „Bürgerversicherung“ zu definieren und unsere Ergebnisse in die Partei hereinzutragen. Gerade jetzt ist es wichtig ein inherentes Gegenkonzept zu den Steuersenkungen der FDP zu präsentieren.

Thorsten Offer, Köln

Bewegung durch Veränderung! PL fordert Öffnung des Juso-Verbandes



Anlässlich des Juso-Kongresses „Links 2010“, der unter dem Motto „Veränderung durch Bewegung“ an diesem Wochenende stattfinden wird, hat die Pragmatische Linke ihre Forderung nach einer programmatischen Öffnung des Verbandes bekräftigt.

Die Pragmatische Linke begrüßt das umfassende und abwechslungsreiche Programm des Kongresses. Es stehe allerdings zu befürchten, dass ernsthafte Debatten über die Zukunft des Verbandes nicht angestoßen würden.
„Für uns Pragmatische Linke sind die Jusos mehr als nur eine Parteijugend“, sagt Sprecher Parsa Marvi. „Wir sind ein linker Jugendverband. Aber diesem Anspruch können wir nur gerecht werden, wenn wir uns breiter aufstellen.“ Die Pragmatische Linke kritisiere seit langem, dass die Jusos sich nur als links von und in der Sozialdemokratie verstehen. „Der Habitus, möglichst linksradikal aufzutreten und die mangelnde Bereitschaft des Juso-Mainstreams, auch offen zu sein für andere Ansichten innerhalb der Sozialdemokratie, schadet uns Jusos mehr als dass er uns nützt“, sagt Marvi. Hinzu käme, dass der aktive Teil des Verbandes sich größtenteils aus Akademikern rekrutiere, was sich auch in dessen politischer Kultur widerspiegele.

Sprecherkollege Arik Willner ergänzt: „Der Juso-Bundesverband bildet derzeit weder die Mehrheit junger Menschen in diesem Land noch die Mehrheit der Unter-35jährigen in der SPD ab. Nicht jeder Sozialdemokrat unter 35 versteht sich als Parteilinker – der jetzige Zustand der Jusos bietet diesen Menschen jedoch keine Heimat. Wer der Auffassung, die Jusos müsste die Parteilinke abbilden, nicht folgt, wird häufig mit dem Argument vergrault, er sei kein Juso.“

Nach Ansicht der Pragmatischen Linken muss der Verband sein Selbstverständnis grundlegend überdenken. „Ebenso wie bei der Linkswende 1969 müssen die Jusos sich von Grund auf neu definieren“, sagt Willner. „Wir müssen eine sozialdemokratische Jugend werden, die nicht das Mantra des Sozialismus vor sich herträgt, sondern offen ist für neue Ideen. Wir brauchen Pluralismus!“