Vor dem Bundeskongress der Jusos, der von 19. bis 21. Juni in München stattfinden wird, zieht die Pragmatische Linke eine kritische Bilanz der ersten Amtszeit der Juso-Bundesvorsitzenden Franziska Drohsel. „In den letzten beiden Jahren sind Jusos nicht viel weiter gekommen. Die Juso-Vorsitzende hat weder inhaltlich noch strategisch neue Akzente gesetzt“, sagt PL-Bundeskoordinator Parsa Marvi aus Baden-Württemberg. „Franziska Drohsel klammert sich offenbar an die politischen Konzepte von vorgestern. Damit manövrieren die Jusos sich ins politische Abseits.“

Die Pragmatische Linke kritisiert insbesondere das auf dem letzten Bundeskongress verabschiedete und in Buchform publizierte Thesenpapier des Bundesvorstandes. „Da ist viel die Rede von Systemwechsel. Aber wie wir den Menschen hier und jetzt politische Alternativen anbieten können, wird an keiner Stelle erwähnt“, ergänzt PL-Bundeskoordinatorin Anita Geißler aus Hamburg. Ebenso distanziert sich die Pragmatische Linke vom sogenannten „Linkswende-Kongress“. Dort seien keine zukunftsfähigen Ideen für die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts entwickelt worden. „Das war eine reine ideologische Nabelschau“, so Geißler.

Mit Blick auf den kommenden Juso-Bundeskongress resümiert Geißler: „Insbesondere vor den anstehenden Wahlen ist es wichtig, dass wir als Verband zusammenstehen. Wir erwarten, dass die Vorsitzende den Worten Taten folgen lässt und wirklich alle Teile des Verbandes in die Arbeit des kommenden Vorstandes eingebunden werden.“ Die PL ist der Auffassung, dass die Jusos sich in den vergangenen zwei Jahren zu sehr mit sich selbst beschäftigt hätten. „Wir müssen endlich fragen, wie wir für die Mehrheit der jungen Menschen attraktiv werden können“, fordert Geißler. „Wir wollen vor allem diejenigen erreichen, die bisher vielleicht noch nicht viel mit Politik am Hut hatten. Wir wollen eine fortschrittliche Sozialdemokratie, die die Mehrheit der jungen Menschen für sich begeistern kann!“

„Wir stehen für einen praxisnahen Politikansatz“, sagt Marvi. So wolle die PL etwa nicht die Abschaffung der Arbeitsmarktreformen, sondern eine mögliche Verbesserung der Arbeitsvermittlung, eine Absicherung neuer Beschäftigungsformenund eine Anhebung des Niveaus der sozialen Absicherung diskutieren. „Es gibt viele Stellschrauben, mit denen man das Leben der Menschen verbessern kann. Man muss nur den Mut haben, sie zu drehen!“, ergänzt Marvi. Im Hinblick auf den Wahlkampf fordert die Pragmatische Linke, dass die Jusos sich geschlossen hinter die SPD und ihren Kanzlerkandidaten stellen. „Der Bundesparteitag hat gezeigt, dass Franz-Walter Steinmeier für eine echte Alternative steht“, so Anita Geißler. „Vom Juso-Bundeskongress muss ein Signal der Geschlossenheit ausgehen!“

Die Pragmatische Linke ist das bundesweite Bündnis junger Menschen innerhalb der sozialdemokratischen Partei, die für eine moderne, realpolitische und soziale Politik eintreten. Grundsatz unserer Strömung ist es, dass sich sozial gerechte Wertorientierung und verantwortungsbewusste Politik nicht ausschließen, sondern einander bedingen.

Veröffentlicht am 18. Juni 2009 um 22:58 Uhr.
Kategorie: Presse.

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